Debatte über Tourismus vs. Naturschutz

Neubau an der Pasterze: Naturschützer legen Veto ein

Ein geplantes Bauvorhaben der Großglockner Hochalpenstraßen AG am Ende des Gamsgrubenwegs sorgt für Kritik. Der Österreichische Naturschutzbund sieht ein hochsensibles Schutzgebiet im Nationalpark Hohe Tauern gefährdet und fordert den Verzicht auf neue touristische Infrastruktur.

Blick auf die Hochalpenstraße im April 2026.
© IMAGO / imagebroker

Neubau an der Pasterze: Naturschützer legen Veto ein

Im Bereich oberhalb der Pasterze im Nationalpark Hohe Tauern ist ein geplantes Bauprojekt der Großglockner Hochalpenstraßen AG (GROHAG) auf Kritik gestoßen. Wie der ORF Salzburg berichtet, sieht der Österreichische Naturschutzbund darin eine potenzielle Gefährdung eines besonders sensiblen Schutzgebiets.

Konkret geht es um eine mögliche neue Hütte am Ende des Gamsgrubenwegs auf über 2400 Metern. Der Standort liegt nahe eines streng geschützten Bereichs, der sogenannten Gamsgrube, der bislang nicht touristisch erschlossen ist. Dort befand sich früher die Hofmannshütte des Alpenvereins, die vor rund einem Jahrzehnt wegen baulicher Mängel abgerissen wurde. Das Gelände wurde anschließend renaturiert.

Der Naturschutzbund warnt davor, dass ein Neubau zusätzlichen Besucherdruck in ein ökologisch hochsensibles Gebiet bringen könnte. Der Bereich gilt als geologisch und botanisch besonders wertvoll, unter anderem wegen seltener Lebensräume aus eiszeitlichen Ablagerungen. Die Gamsgrube selbst ist als Sonderschutzgebiet für Besucher gesperrt.

Bauentscheidung noch offen

Auch die zunehmende Steinschlaggefahr durch tauenden Permafrost wird als Argument gegen eine weitere Erschließung angeführt. Bereits heute kommt es entlang des Gamsgrubenwegs wiederholt zu Sperren und Sicherungsmaßnahmen. Die Großglockner Hochalpenstraßen AG hält trotz der Kritik an dem Vorhaben fest.

Nach Angaben ihres Generaldirektors sei das Projekt gemeinsam mit der Nationalparkverwaltung entwickelt worden und werde von politischen Gremien unterstützt. Ziel sei eine gelenkte Besucherführung am Rand des Schutzgebiets sowie eine bessere Information über Verhaltensregeln in der sensiblen Zone.

Konkrete Bauentscheidungen stehen noch aus. Hintergrund seien unter anderem offene Fragen zur Finanzierung, die derzeit auf verschiedenen Ebenen geprüft würden.

Text von Lubika Brechtel

3 Kommentare

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Edmund Otto Eisenhauer

Ich sehe, da wo gebaut werden soll, sollte die Natur bleiben dürfen.
Man kann auf andere Baugrundstücke ausweichen, man muss nicht die von schützenswerter Natur bauen.
Irgendwo sollen die von aussterbenbedrohte Fauna und Flora ihren Platz in der Natur haben.
Für Tourismus gibt es mehr als genug Infrastruktur und noch eine mehr am Großglockner in hohen Tauern würde die sensible Natur nicht vertragen.
Der Mensch nimmt mehr von der Natur, als er selbst zurück gibt.
Dann dürfen wir uns nicht wundern wenn die Natur zurückschlägt und die Infrastruktur zerstört, weil sie Platz braucht um leben zu können.
Wir haben von alle Lebewesen das meiste von der Natur genommen.
Ich würde mir sehr wünschen wenn die Natur, Natur sein darf.
Eine Blumenwiese mehr kann auch nicht schaden!

Elke Frankfurt

Auch ich bin gegen eine erweiterte touristische Nutzung.
Schon die Bauarbeiten wirken sich auf die Natur zerstörerisch aus, und dann der Mensch später, hinterlässt überall seine Dreck. Man muss nicht überall hinkommen dürfen, es muss auch Begrenzungen für den Menschem geben- damit die Natur ungestört bleiben darf.

Bruno

Geehrter Hr. Hörl, GD der GROHAG, sie sagen: "Ziel sei eine gelenkte Besucherführung am Rand des Schutzgebiets sowie eine bessere Information über Verhaltensregeln in der sensiblen Zone." Das ist keine gute Kommunikation Ihres Unternehmens! Richtig wäre: "Ziel sei eine verstärkte Anlockung von Besuchern sowie eine Gewinnmaximierung im sensiblen Geldbeutel.
Wenn es Ihnen wirklich um die Vermittlung von "Verhaltensregeln in der sensiblen Zone" gehen würde, würden Sie bspw. die Knatterkistenbesucher (ca. 100 Tsd. pro Jahr), die da durchfegen, auf den Nürburgring etc. lenken, was aber einen Aufschrei ihrer geldgierigen Aktionäre verursachen dürfte. Also lügen Sie bitte nicht so schamlos, und sagen Sie, um was es Ihnen tatsächlich geht. Aber ich kann mich auch irren und die ca. 1 Mio. jährlichen Besucher mit ihren zwei- und vierrädrigen Lieblingen haben tatsächlich Interesse an Ökologie und nicht nur super Selfies mit megatollen Hintergrund. Bruno