Anspruchsvoller Anstieg im Steinernen Meer

Route unterschätzt: Bergsteiger sitzen am Breithorn fest

Vier Bergsteiger haben den anspruchsvollen Südanstieg auf das Breithorn im Steinernen Meer unterschätzt. Auf rund 2400 Metern Höhe ging es für sie weder vor noch zurück – ein Polizeihubschrauber brachte die Gruppe ins Tal.

Ein Polizeihubschrauber musste die vier Bergsteiger im ausgesetzten Gelände des Breithorn-Südanstiegs mittels Tau bergen.
© Bergrettung Saalfelden

An ausgesetzter Kletterstelle ging es nicht weiter

Vier polnische Bergsteiger sind am Donnerstag (9. Juli 2026) am Breithorn bei Saalfelden in Bergnot geraten. Die zwei Frauen und zwei Männer mussten aus dem ausgesetzten Gelände mit dem Tau eines Polizeihubschraubers gerettet werden. Die Gruppe war gegen Mittag von Maria Alm aus über den Südanstieg in Richtung des 2504 Meter hohen Gipfels aufgebrochen.

Auf etwa 2400 Metern kamen die Bergsteiger an einer ausgesetzten Passage im dritten Schwierigkeitsgrad nicht mehr weiter. Nach Angaben der Bergrettung waren sie über die tatsächlichen Anforderungen der Route nicht ausreichend informiert. Gegen 18 Uhr setzten sie einen Notruf ab. Das Team des Polizeihubschraubers "Libelle" barg die vier Personen mittels Tau und flog sie nach Maria Alm. Neben der Hubschrauberbesatzung standen ein Alpinpolizist und zwei Bergretter im Einsatz.

Markierte Route, aber kein gewöhnlicher Wanderweg!

Der Südanstieg auf das Breithorn ist zwar markiert und in Wanderkarten eingezeichnet, dennoch handelt es sich um eine anspruchsvolle alpine Unternehmung. Die Route führt durch sehr steiles und ausgesetztes Gelände und weist Kletterstellen bis zum dritten Schwierigkeitsgrad auf. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, Klettererfahrung und eine gute Kondition sind notwendig. Tourenbeschreibungen stufen die Überschreitung mit rund 1660 Höhenmetern und einer Dauer von etwa zehn Stunden als schwer ein.

Appell der Bergrettung: Vorher über Schwierigkeiten informieren!

Die Bergrettung appelliert deshalb , sich vor dem Start nicht nur am eingezeichneten Wegverlauf zu orientieren, sondern Schwierigkeit, Höhenmeter, Länge und Schlüsselstellen genau zu prüfen. Das eigene Können müsse realistisch eingeschätzt und für unerwartete Probleme ausreichend Reserve eingeplant werden. Bereits am Vormittag war eine erschöpfte Person unterhalb der Passauerhütte in den Leoganger Steinbergen geborgen worden.

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