Sieben Einsätze innerhalb von vier Tagen

Allgäuer Alpen: Erneut zahlreiche Notrufe vom Schrecksee

Sieben Einsätze innerhalb von vier Tagen – die Bergwacht war zwischen 22. und 25. Juli 2026 rund um den Schrecksee und den Großen Wilden mehrfach gefordert. Neben Verletzungen und Erschöpfung sorgten auch Verstiegene sowie zwei Jugendliche, die sich wegen einer Schafherde nicht mehr weitertrauten, für Einsätze.

Allgäuer Alpen: Erneut zahlreiche Notrufe vom Schrecksee
© Bergwacht Hinterstein

Bergwacht Hinterstein: Sieben Einsätze innerhalb von vier Tagen

Die Bergwacht hat zwischen Mittwoch und Samstag insgesamt sieben Einsätze bewältigt. Vier davon entfielen allein auf den Bereich rund um den beliebten Schrecksee, der in den Sommermonaten regelmäßig zu den Einsatzschwerpunkten zählt. Zu den Einsätzen gehörte unter anderem die Rettung eines Wanderers, der nach einem Sturz eine Platzwunde am Kopf erlitt und per Rettungshubschrauber ins Tal gebracht werden musste. Ein weiterer Wanderer zog sich eine Sprunggelenksverletzung zu.

Drei junge Frauen gerieten beim Abstieg vom Schrecksee in die Dunkelheit. Nach telefonischer Beratung durch die Bergwacht konnten sie ihren Weg jedoch eigenständig und sicher fortsetzen. Darüber hinaus versorgten die Einsatzkräfte einen gestürzten Mountainbiker und übergaben ihn dem Rettungsdienst. Eine Wanderin mit Kreislaufproblemen wurde im Bereich der Schwarzenberghütte von einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen.

Für einen ungewöhnlichen Einsatz sorgten zwei Jugendliche auf dem Weg vom Schrecksee zum Prinz-Luitpold-Haus. Bei einsetzender Dunkelheit versperrte ihnen eine Schafherde den Weg. Weil sie sich nicht an den Tieren vorbeitrauten, setzten sie einen Notruf ab. Der Hüttenwirt des Prinz-Luitpold-Hauses – selbst aktiver Bergretter – machte sich gemeinsam mit seinem Sohn auf den Weg und brachte die beiden Jugendlichen nach rund einer Stunde sicher zur Hütte. Wie sich herausstellte, erwiesen sich die Schafe als deutlich friedlicher als zunächst befürchtet.

Anspruchsvoll verlief ein weiterer Einsatz am Großen Wilden (2359 m). Ein Vater und seine Tochter hatten beim Zustieg den markierten Weg verlassen und versuchten, über steiles Gras- und Schrofengelände zurück auf den Grat zu gelangen. Rund 30 Meter unterhalb desselben kamen sie in absturzgefährlichem Gelände weder vor noch zurück. Zwei Bergretter wurden daraufhin mit dem Rettungshubschrauber Christoph 17 am Grat abgesetzt.

Einer der Retter seilte sich zu den Verstiegenen ab, sicherte beide und führte sie anschließend am Seil zurück auf den Grat. Von dort wurden alle Beteiligten mit dem Hubschrauber ins Tal geflogen. Vater und Tochter blieben unverletzt.

Gebiet rund um den Schrecksee – beliebt, aber oft unterschätzt

Der auf 1813 Metern gelegene Schrecksee in den Allgäuer Alpen zählt zu den bekanntesten Bergseen Deutschlands und ist vor allem in den Sommermonaten ein beliebtes Wanderziel. Die Tour verlangt jedoch eine gute Kondition und alpine Erfahrung. Der Zustieg umfasst je nach Route 1100 bis 1300 Höhenmeter und mehrere Stunden Gehzeit. Häufige Ursachen für Rettungseinsätze sind Erschöpfung, Verletzungen, Orientierungsschwierigkeiten sowie eine unzureichende Tourenplanung, die dazu führt, dass Wanderer erst nach Einbruch der Dunkelheit den Abstieg antreten.

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4 Kommentare

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Gustav

Sehe ich ähnlich wie Fritz, und habe die Bitte: bleibt doch am See oder geht ans Meer, die Berge sind nichts für Leute, die zwar vor kommen, aber dann nicht mehr zurück. An Pipifax Stellen

Fritz

Und wieder mal die alte Leier. Wenn man vor kommt, dann kommt man auch zurück. Ich kann das nicht verstehen, wieso dann da die Bergwacht missbraucht wird dafür.

Und zu dem mit den Schafen, also hab erst gedacht es sei der 1. April. Das kannst du alles nicht mehr in Worte fassen, einerseits diese Unbedarftheit mit dem nicht mehr zurück kommen und zum anderen diese Schwäche, nicht mal an ein paar friedlichen Schafen vorbeizukommen.

Jürgen

Die Bergwachten sollten mal ein Jahres Spezial rausbringen mit den skurrilsten Einsätzen. Das wäre heutzutage schon angeraten. So schön mit dem erhobenen Zeigefinger für die Generation Z, die sind für klare Ansagen empfänglich. Würde vielleicht ein bisserl helfen.

Bruno

Endlich habe ich bei Unfallmeldungen auch etwas lachen müssen. Wenn ich bei Schafherden immer die Bergrettung kontaktiert hätte, hätte diese keine Zeit mehr für andere Verunfallten gehabt. Daher, liebe Kinder und Jugendliche, schaut vielleicht vor dem Schlafengehen andere Filme an als solche Horrorschinken wie "das Säbelzahnschaf am Schrecksee" oder "Zombie-Schafe lauern in der Dunkelheit" bzw. "Es - das Schaf". Euer Horror-Onkel Bruno
PS Aber richtig, ab und wann, wenn die Schafböcke im Herbst räudig sind, wäre eine Provokation nicht ganz vorteilhaft, aber auch hier kommt es nicht zu eurem Verzehr durch selbige.