Annapurna: Speedclimber Vadim Druelle aus Gletscherspalte gerettet
Der aus Brasilien stammende Bergsteiger Roman Romancini schilderte gegenüber explorersweb.com den Unfall und die darauffolgende Rettungsaktion. Druelle sei aus bislang unbekannter Ursache unweit von Camp 3 in eine Gletscherspalte gestürzt, wo er Verletzungen unbestimmten Grades erlitt. Einem Pakistaner und mehreren nepalesischen Bersteigern vor Ort gelang es, den Verletzen aus der Spalte zu ziehen.
Es folgte ein herausfordernder Hubschraubereinsatz: Laut Romancini gelang es einem sehr erfahrenen Piloten aus der Schweiz, den ansprechbaren Druelle per Taubergung ins Basislager zu fliegen. Dort wurde der Speedclimber von einem Ärzteteam in Empfang genommen und erstversorgt. Ein weiterer Hubschrauber brachte den Verletzten anschließend ins Krankenhaus nach Kathmandu.
Besteigung in einem Push geplant
Der 23 Jahre alte Druelle plante laut seinem Instagram-Kanal die Besteigung in einem einzigen Push mit minimaler Ausrüstung, ohne Flaschensauerstoff und Sherpa-Support. Der Trailrunner hat in den Vorjahren im gleichen Stil bereits Nanga Parbat, Kangchendzönga und Manaslu erreicht. Der Franzose hatte sich bereits 2024 an der Annapurna versuchen wollen, war jedoch von einem Lungeödem am Start gehindert worden.
"Letztes Jahr habe ich einen Traum berührt ... Und ich musste ihn gehen lassen", schrieb er auf Instagram. Im 75. Jahr der Erstbesteigung durch eine französische Seilschaft hatte er einen zweiten Anlauf nehmen wollen. Ob Druelle nach dem Unfall während dieser Saison nochmals zum Berg zurückkehren kann, bleibt abzuwarten.
Normalweg an der Annapurna noch nicht vollständig gesichert und gefährlich
Die ersten Gipfelerfolge waren eigentlich für Mitte der vergangenen Woche erwartet worden, jedoch sah sich das für die Seile zuständige Team mit unerwarteten Schwierigkeiten konfrontiert. Aufgrund der freiliegenden Gletscherspalten und zahlreichen Seracs gelang es den Experten lediglich, die Route bis auf 7600 Meter mit Fixseil zu versehen. Dort war dem Sherpa-Team das Material ausgegangen, weshalb es zwischenzeitlich ins Basislager zurückkehren mussten.


2 Kommentare
Kommentar schreibenWozu? Für tiefere Regionen mag das vielleicht stimmen aber dann bekommen die Einwohner nix ab. In den höheren Regionen macht dann bei der Besteigung per se nix kaputt da ist dann eine Schnee- oder Felslandschaft. Und der Müll verottet da oben ohne hin nicht, genauso wenig wie die Leichen. Generell sollten weniger Permits für Everest und co ausgestellt werden, aber Nepal braucht dringend das Geld.
Ganz schön fände ich, wenn die Länder in denen Annapurna und Co stehen, die Genehmigungen und das Besteigen ihrer Berge alle 5 Jahre für die folgenden 5 Jahre komplett einschränkt. Also 5 Jahre möglich die Dinger zu besteigen mit so wenig wie möglich Müll und Fixseilen, dann immer 5 Jahre Pause, das dann im Wechsel. Wäre für Natur ein Segen