Augenzeugen setzen Notruf ab

Bergsteiger am Großglockner tödlich verunglückt

Am 18. August 2025 ist ein Bergsteiger am Großglockner tödlich verunglückt. Augenzeugen beobachteten den Absturz und setzten einen Notruf ab.

Bergsteiger am Großglockner tödlich verunglückt
© IMAGO / imagebroker

Bergsteiger am Großglockner tödlich verunglückt

Der 29-Jährige befand sich im Alleingang im Aufstieg über die äußerst anspruchsvolle Nordwestseite des Berges, als er gegen 11 Uhr im Bereich des Teufelshorn plötzlich den Halt verlor und mehrere hundert Meter abstürzte. Drei Alpinisten beobachteten den Fall aus mehreren hundert Meter Entfernung und setzten umgehend die Rettungskette in Gang.

Das Team eines Notarzthubschraubers flog umgehend zum Verunglückten, konnte bei dem Deutschen angekommen jedoch nur mehr dessen Tod feststellen. Die Leiche des Bergsteigers aus Rheinland-Pfalz wurde geborgen.

Der Großglockner: Von allen Seiten anspruchsvoll

Mit 3798 Metern ist der Großglockner der höchste Berg Österreichs. Auch deshalb ist er ein Magnet für Bergsteiger: Mehr als 30 Routen überziehen wie ein Spinnennetz seine Grate, Wände, Rinnen und Rippen. Auf der Nordseite locken in den Frühlingsmonaten anspruchsvolle Eisrouten wie die Pallavicini- und Berglerrinne oder die berüchtigte Mayerlrampe. Nach Süden besticht die feine Felslinie des Stüdlgrates

Deutlich anspruchsvoller und länger ist der Nordwestgrat über das Teufels- und Glocknerhorn zum höchsten Punkt. Zwar liegen die nominellen Kletterschwierigkeiten "lediglich" beim IV. Grad, die permanente Ausgesetztheit, stellenweise brüchiger Fels und eigenständige Absicherung machen die Tour allerdings zur äußerst anspruchsvollen Unternehmung.

Die beiden Hörner sind nur als Hochtour mit entsprechender Ausrüstung und Gletschererfahrung erreichbar, entweder von der Stüdlhütte auf 2802 Metern oder von der auf 3260 Metern gelegenen Biwakschachtel am Nordrand des Glocknerkees. Die Erstbegeher wählten die Routen von Süden über die Grögerrinne zum Glocknerhorn und stiegen über den Südostgrat weiter auf das Teufelshorn. Bis heute erfolgt der Zustieg von der Unteren Glocknerscharte oder der Grögerschneide (3660 m) im Südosten.

Text von Lubika Brechtel