Kletterer finden verunglückten Bergsteiger am Hohen Göll
Am Hohen Göll in den Berchtesgadener Alpen ist am Samstag (27. Juni 2026) ein 59-jähriger Bergsteiger aus Österreich tödlich verunglückt. Nach bisherigen Erkenntnissen war der Mann allein in der Kletterroute "Alte Westwand" unterwegs. Nach dem Ausstieg stürzte er aus bislang ungeklärter Ursache ab.
Nach Angaben des BRK Berchtesgadener Land hatte der Mann die Route „Alte Westwand“ durchstiegen. Die Tour wird mit dem Schwierigkeitsgrad III angegeben. Andere Bergsteiger fanden den Verunglückten gegen frühen Samstagnachmittag und setzten den Notruf ab.
Die Besatzung des Polizeihubschraubers "Edelweiß 14" setzte Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden an der Unfallstelle ab. Für den 59-Jährigen kam jedoch jede Hilfe zu spät. Die Retter konnten nur noch seinen Tod feststellen. Die Bergung erfolgte gemeinsam durch Bergwacht, Alpine Einsatzgruppe Ost und Polizeihubschrauber.
Im Einsatz waren laut BRK fünf Bergretter sowie drei Polizeibergführer. Ein Polizeibergführer der Alpinen Einsatzgruppe Ost nahm den Unfall vor Ort auf. Die Ermittlungen zum genauen Hergang laufen. Nach derzeitigem Stand gibt es laut Polizei keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. Der Verunglückte galt als erfahrener Bergsteiger.
Die "Alte Westwand" am Hohen Göll
Die "Alte Westwand" am Hohen Göll gilt als klassischer alpiner Anstieg im Felsekessel der Scharitzkehl. Technisch gilt die Route mit Schwierigkeit III bis III+ als vergleichsweise moderat, sie ist jedoch rund 550 Meter lang, alpin abgesichert und führt durch eine Mischung aus Platten, Wasserrillen, grasigen Passagen und Gehgelände. Die Tour erfordert einen ausgeprägten Orientierungssinn, sicheres, seilfreies Steigen im Absturzgelände und alpine Erfahrung. Der Abstieg gilt ebenfalls als heikel.

