Nach Sturz in anspruchsvoller Tour schwer verletzt

Wilder Kaiser: Kletterunfall endet mit Hubschrauberrettung

Eine Kletterin ist in der Mehrseillängentour "Gatto Nero" an der Kleinen Halt im Wilden Kaiser rund neun Meter ins Seil gestürzt. Sie wurde schwer verletzt.

Kleine Halt, Gamshalt und Ellmauer Halt (v. li.), fotografiert vom Treffauer.
© Wikimedia.org/Luidger

Kleine Halt: Kletterin stürzt ins Seil und wird schwer verletzt

Eine deutsche Kletterin ist am Samstag (11. Juli 2026) bei einem Unfall in der Mehrseillängentour "Gatto Nero" an der Kleinen Halt im Wilden Kaiser verletzt worden. Die 34-Jährige wurde nach einem rund neun Meter langen Sturz per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus Kufstein geflogen. Die vierköpfige Gruppe – zwei Frauen im Alter von 34 Jahren aus Dresden und Hamburg sowie zwei Männer (29 und 38 Jahre) – war gegen 10 Uhr als Zweierseilschaften in die anspruchsvolle Route am Nordwestsockel der Kleinen Halt auf rund 2116 Metern eingestiegen.

Während sich die beiden Männer bereits am Standplatz der dritten Seillänge befanden, befand sich die 34-Jährige aus Hamburg noch im Aufstieg. Etwa einen Meter unterhalb des Standplatzes verlor sie aus bislang ungeklärter Ursache den Halt und stürzte rund acht bis neun Meter ins Seil. Ihre Seilpartnerin konnte den Sturz auffangen. Anschließend seilte die Seilschaft die verletzte Kletterin trotz starker Hüftschmerzen kontrolliert bis zum Wandfuß ab. Dort setzte einer der Begleiter gegen 15 Uhr den Alpinnotruf ab. Die Besatzung eines Notarzthubschraubers barg die Frau mittels Tau aus dem Gelände und flog sie mit Verletzungen unbestimmten Grades ins Krankenhaus Kufstein.

Über die Mehrseillängentour "Gatto Nero"

Die "Gatto Nero" zählt zu den anspruchsvolleren modernen Mehrseillängentouren am Nordwestsockel der Kleinen Halt im Wilden Kaiser. Die Route leitet über rund 130 Klettermeter in etwa acht bis zehn Seillängen durch die Wand. Die Schwierigkeiten reichen bis in den unteren VIII. UIAA-Grad. Die Linie ist bis auf die ersten Meter gut mit Bohrhaken abgesichert. Verlängert werden kann die Tour durch die ebenfalls anspruchsvolle, alpinere "Via Acqua" (VII-). Aber Achtung: Damit ergeben sich insgesamt 30 Seillängen!

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