- Früher Saisonbeginn, trockene zweite Saisonhälfte
- Beispiel Greizer Hütte: Weniger Wasser, weniger Strom
- Riemannhaus beendet Saison vorzeitig
- Tegernseer Hütte: Sparsamer Umgang zahlt sich aus
- Erneut hohe Übernachtungszahlen
- Bettwanzen bleiben ein Dauerthema
- Freie Nacht fürs Klima gut angenommen
- Einige Hütten noch bis November geöffnet
Früher Saisonbeginn, trockene zweite Saisonhälfte
Nach einem schneearmen Winter konnten viele Hütten früher als üblich öffnen. Zahlreiche Übergänge waren bereits im Frühsommer begehbar, stabile Wetterverhältnisse lockten viele Bergsportler in die Alpen. Ab Ende Juli verschärfte sich die Lage jedoch auf etlichen Hütten. Ausbleibende Niederschläge und lange Hitzeperioden ließen Quellen versiegen und Speicherstände sinken.
Nach ersten Auswertungen des Deutschen Alpenvereins (DAV) war rund ein Drittel der DAV-Hütten zeitweise von Wasserknappheit betroffen. Für Robert Kolbitsch, Ressortleiter Hütten und Wege im DAV, steht der Sommer 2026 beispielhaft für die Herausforderungen, auf die sich Hüttenbetreiber künftig einstellen müssen.
Beispiel Greizer Hütte: Weniger Wasser, weniger Strom
Wie unterschiedlich sich die Trockenheit auswirken kann, zeigte sich auf der Greizer Hütte in den Zillertaler Alpen. Während die Übergänge des Berliner Höhenwegs bereits früh schneefrei waren und viele Gäste anzogen, bereitete die Wasserversorgung zunehmend Probleme. Da das Wasser dort nicht nur für Küche und Sanitäranlagen, sondern auch zur Stromerzeugung genutzt wird, hatte die Trockenheit direkte Folgen für den Betrieb.
Bereits Ende Juni musste an einzelnen Tagen ein Notstromaggregat einspringen. Als mögliche Lösungen nennen die Verantwortlichen größere Speicherkapazitäten und einen stärkeren Ausbau der Photovoltaik. Erst mit den Niederschlägen im Spätsommer entspannte sich die Situation.
Riemannhaus beendet Saison vorzeitig
Noch schwieriger war die Lage am Riemannhaus in den Berchtesgadener Alpen. Nach dem schneearmen Winter stand zum Saisonstart deutlich weniger Schmelzwasser zur Verfügung, um die Speicher zu füllen.
Im Juli traf die hohe Nachfrage auf begrenzte Reserven. An Spitzentagen wurden laut DAV allein rund 3000 Liter Wasser für die Toilettenspülungen benötigt. Die Hüttencrew reagierte mit eingeschränkten Öffnungszeiten für Sanitäranlagen und zusätzlichen mobilen Toiletten. Am Ende reichten die Maßnahmen nicht aus: Das Riemannhaus schloss eine Woche früher als geplant.
Tegernseer Hütte: Sparsamer Umgang zahlt sich aus
Dass Trockenheit nicht überall dieselben Folgen hatte, zeigt die Tegernseer Hütte in den Bayerischen Voralpen. Zwar litt auch sie unter der Hitze, gleichzeitig fiel die Auslastung außerhalb der Ferienzeiten geringer aus. Da die Hütte ausschließlich mit Regenwasser wirtschaftet, erwies sich der vergleichsweise niedrige Verbrauch als Vorteil.
Komposttoiletten und ein sparsamer Umgang mit Wasser halfen dabei, die Saison ohne größere Einschränkungen zu bewältigen. Zusätzlich sorgte später ein Defekt an der Materialseilbahn für Schwierigkeiten. Lebensmittel und weiteres Material mussten zeitweise zu Fuß zur Hütte transportiert werden.
Erneut hohe Übernachtungszahlen
Trotz der regional sehr unterschiedlichen Bedingungen rechnet der DAV erneut mit einer hohen Zahl an Hüttenübernachtungen. Sie könnte die Marke von rund 900.000 Übernachtungen erreichen oder sogar überschreiten. Die endgültigen Zahlen werden allerdings erst im kommenden Jahr vorliegen.
Vor allem in den Sommer- und Herbstmonaten berichteten viele Hüttenwirtsleute von einer starken Nachfrage. Nicht alle Betriebe konnten jedoch gleichermaßen von den guten Wetterbedingungen profitieren.
Bettwanzen bleiben ein Dauerthema
Neben der Wasserversorgung beschäftigte die Hüttenbetreiber auch 2026 weiterhin das Thema Bettwanzen. Nach Einschätzung des DAV sind jährlich etwa 15 bis 20 Hütten betroffen.
Gemeinsam mit den Alpenvereinen in Österreich und Südtirol wurde deshalb eine Informationskampagne gestartet. Im Allgäu kamen sogenannte BugBags zum Einsatz, verschließbare Schutzhüllen für Rucksäcke und Gepäck. Sie sollen verhindern, dass Bettwanzen in Schlafräume gelangen oder zwischen Hütten weitergetragen werden. Der DAV weist darauf hin, dass ein Befall nichts mit mangelnder Hygiene zu tun hat.
Freie Nacht fürs Klima gut angenommen
Positiv fällt die Bilanz der Aktion "Freie Nacht fürs Klima" aus. Gemeinsam mit Globetrotter Ausrüstung belohnte der DAV die klimafreundliche Anreise zu Hütten mit kostenlosen Übernachtungen.
Knapp 10.000 Gratisübernachtungen wurden in Anspruch genommen. Die Teilnehmenden legten dabei rund 6,8 Millionen Kilometer mit Bus und Bahn zurück. Nach DAV-Angaben konnten gegenüber einer entsprechenden Anreise mit dem Auto rund 815 Tonnen CO2 eingespart werden. Eine ausführliche Auswertung der Aktion steht noch aus.
Einige Hütten noch bis November geöffnet
Auch wenn die Saison auf vielen hochalpinen Hütten bereits endet, bleiben einige Häuser weiterhin geöffnet. In den Bayerischen Voralpen sind unter anderem die Tegernseer Hütte, die Schönfeldhütte und das Taubensteinhaus noch bis zum 7. November bewirtschaftet. Das Kreuzeckhaus empfängt laut DAV-Liste Gäste bis zum 8. November.
Ganzjährig geöffnet sind unter anderem die Albert-Link-Hütte und das Bodenschneidhaus. Dennoch lohnt sich vor jeder Tour ein Blick auf die aktuellen Betriebszeiten, da sich Öffnungszeiten kurzfristig ändern können.



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