Kein Überleben mehr möglich

Achttausender-Winterbesteigung: Suche nach vermisstem Bergsteiger am Makalu eingestellt

Nach einer erfolgreichen Winterbesteigung des Achttausenders Makalu kam es beim Abstieg zu einem schweren Unglück: Ein erfahrener Sherpa kam ums Leben, ein iranischer Bergsteiger wird vermisst. Die Expedition, die am 15. Januar als zweites Winter-Team auf dem 8485 Meter hohen Berg stand, endete dramatisch. Nun hat das Rettungsteam die Suche für beendet erklärt.

Der Achttausender Makalu, der fünfthöchste Berg der Erde.
© IMAGO / Zoonar

23. Januar 2026 | Suche nach vermisstem Bergsteiger eingestellt

Der Rettungs- und Sucheinsatz am Achttausender Makalu musste abgebrochen werden. "Die extreme Kälte und der starke Wind machten ein Vorankommen unmöglich", erklärte Expeditionsleiter Sanu Sherpa laut dem nepalesischen Medium "The Tourism Times". Das Rettungsteam unter seiner Führung brach den Einsatz ab und kehrte von Lager IV auf rund 7900 Metern ins Basislager am Fuß des Makalu zurück. Nach dem nunmehr zweiten gescheiterten Versuch wollen sich die Retter in den kommenden Tagen nach Kathmandu zurückziehen.

Weitere Aufstiegsversuche gelten angesichts der anhaltend schlechten Wetterbedingungen und der extremen Höhe als zu riskant. Wie zuvor berichtet, hatten Sanu Sherpa, der iranische Bergsteiger Abolfazl Gozali sowie Phurba Ongel Sherpa und Lakpa Rinji Sherpa am 15. Januar nahezu zeitgleich den 8485 Meter hohen Gipfel erreicht. Im Abstieg ereignete sich das Unglück. Phurba Ongel Sherpa und Lakpa Rinji Sherpa waren beim Abstieg vorausgegangen.

<p>Phurba Ongel Sherpa (li.) und Abofazl Gozali (re.)</p>

Phurba Ongel Sherpa (li.) und Abofazl Gozali (re.)

© Makalu Adventure

"Ich sah Lakpa Rinji ein paar Meter unter mir weinen und fragte ihn, was geschehen sei. Er sagte mir, dass Phurba Ongel von dort abgestürzt sei", berichtete Sanu Sherpa. Er und Lakpa Rinji entschieden daraufhin, nach dem Vermissten zu suchen, während Abolfazl Gozali gebeten wurde, an Ort und Stelle zu bleiben. Gozali habe jedoch erklärt, langsam alleine absteigen zu wollen. Nach etwa einstündiger Suche fanden Sanu Sherpa und Lakpa Rinji Phurba Ongel Sherpa auf rund 7500 Metern Höhe.

In den tiefer gelegenen Lagern erwarteten sie anschließend den Iraner, doch Gozali tauchte weder in Lager III noch in Lager II auf. Vom iranischen Bergsteiger fehlt seither jede Spur. Angesichts der extremen Bedingungen mit Temperaturen um minus 30 Grad Celsius und zeitweise orkanartigen Windböen gilt ein Überleben nach mehreren Tagen am Berg als ausgeschlossen. Damit endete die zweite Winterbesteigung des fünfthöchsten Berges der Erde tragisch. Zwei der vier Alpinisten, die den Gipfel erreicht hatten, kamen ums Leben.

22. Januar 2026 | Zweiter Bergungsversuch am Makalu

Laut Informationen des Portals ExplorersWeb will das Bergungsteam am Makalu nach einem ersten Versuch einen neuen Anlauf wagen, um den verstorbenen Phurba Ongel Sherpa zu bergen und den seit vergangenem Donnerstag vermissten Klienten Abofazl Gozali zu finden. Phurba Ongel war auf einem Hochplateau nahe Lager 4 in den Tod gestürzt, der Iraner Gozali wurde zuletzt gesehen, als er dasselbe Plateau überquerte.

Unterdessen wurde bekannt, dass ein weiteres kommerzielles Team des Anbieters 8K Expeditions angereist ist, um den Makalu ebenfalls im Winter zu besteigen. Das vierköpfige Team wird sich laut Medienberichten nicht an der Rettungs- bzw. Suchaktion beteiligen. Laut Tracker befinden sich die Bergsteiger bereits in Lager 2. Das Suchteam verbleibt währenddessen im Basislager und wartet auf Wetterbesserung.

Der Veranstalter "Makalu Adventure" steht unterdessen laut eigener Aussage in engem Kontakt mit Phurbas Familie, doch "die Kommunikation mit Abofazls Familie gestaltet sich aufgrund der anhaltenden Lage im Iran schwierig. Wir stehen in Kontakt mit der iranischen Botschaft in Indien, was ebenfalls mit Schwierigkeiten verbunden ist." Die Retter gehen jedoch nicht mehr davon aus, den vermissten Bergsteiger noch lebend zu finden.

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19. Januar 2026 | Makalu: Folgenschweres Unglück nach Gipfelerfolg

Die aktuelle Winterexpedition zum Makalu (8485 Meter) verlief zunächst erfolgreich, endete beim Abstieg jedoch tragisch: Am 15. Januar 2026 erreichten der nepalesische Expeditionsleiter Sanu Sherpa und sein iranischer Klient Abolfazl Gozali den Gipfel des fünft­höchsten Bergs der Welt – und das als erst zweites Team im Winter. Gegenstand weiterer Untersuchungen ist, ob zwei weitere Sherpas wenig später an ebenfalls am höchsten Punkt standen.

Die Freude des Teams währte nur kurz, denn beim Abstieg nahe Camp 4 auf etwa 7500 Metern kam es zu einem schweren Zwischenfall: Phurba Ongel Sherpa, ein sehr erfahrener Höhenbergsteiger und Bruder von Sanu Sherpa, stürzte und verstarb noch am Berg. Kurz darauf wurde Gozali in der Nähe des Hochlagers als vermisst gemeldet. Die Umstände der Situation sind derzeit noch unklar.

Sicher ist, dass Sanu Sherpa nach dem Sturz zu einem miz Gozali vereinbarten Treffpunkt zurückkehrte und feststellen musste, dass sich der Iraner nicht mehr wie verabredet dort befand. Die daraufhin eingeleitete Suche und Rettungsbemühungen gestalten sich extrem schwierig, da die Verhältnisse harsch sind und starke Winde, sehr tiefe Temperaturen und die große Höhe jeden Einsatz stark behindern. Es ist unklar, ob der vermisste Alpinist noch lebend aufgefunden werden kann.

Zu dem Unglück hat der Veranstalter der kommerziellen Expedtion bislang (Stand 19.01. 11:30 Uhr) keine offizielle Stellungnahme veröffentlicht, zuletzt hatte es nach dem Gipfelerfolg einen Facebook-Post gegeben. Abolfazl Gozali nutzte laut Informationen des auf Höhenbergsteigen spezialisierten Journalisten Stefan Nestler bei seinem Aufstieg eine Atemmaske, Sanu Sherpa habe geplant, ohne zusätzlichen Sauerstoff aufzusteigen.

Winterbesteigungen eines Achttausenders sind extrem anspruchsvoll und wurden am Makalu zuvor erst einmal geschafft: Im Jahr 2009 durch Simone Moro und Denis Urubko, ohne Flaschensauerstoff. Der Vorfall macht einmal mehr deutlich, wie herausfordernd Winterexpeditionen im Himalaja sind und dass selbst akribische Planung die Risiken nur bedingt verringert.

Text von Lubika Brechtel

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Vossi

Die erste Besteigung eines 8000er ohne künstlichen Sauerstoff war am 3.Juni 1950 die Annapurna I. Dies war auch die erste Besteigung eines 8000er überhaupt.